Speedrecorder // Misc // Reviews
11.01.09 - www.powermetal.de
Januar 09 - www.inhard.de
Oktober 08 - www.wltu-music.de
08.10.08 - www.handlemdedown.de
06.10.08 - www.rocktimes.de
24.09.08 - www.pandaimomix.de



Reviews // www.powermetal.de - 11.01.09
Grundsolider und absoluter ehrlicher Gitarrenrock, der packt, wo aalglatte Produktionen einfach nur ins Belanglose abrutschen.

In fast zehn Jahren als Musikjournalist läuft man durchaus Gefahr den Blick für das zu verlieren, was einen eigentlich dazu bewogen hat, sich für diesen Job zu bewerben, bzw. sich dazu überreden zu lassen (O-Ton: "Wir brauchen jemanden mit deinem scheiss Musikgeschmack, Michael!"): die Liebe zur Musik.

Und wenn man genauer darüber nachdenkt, warum das eigentlich so ist, kommt man auch auf die Spur, dass die Liebe zur Musik nicht halb so oft heraus zu hören ist, wie man eigentlich annehmen sollte. Die moderne Musik ist oftmals so dermaßen überproduziert, dass man ausser den offensichtlichen Motiven im Songwriting und in den Texten kaum etwas davon mitbekommt, was genau die Musiker jetzt eigentlich dazu bewogen hat, eben genau diese Platte aufzunehmen. Die Einstellung "Hey, nehmen wir mal ein wenig Musik auf." wird wohl seltener als ausreichender Motivsatz herhalten dürfen. Aber es kommt vor. Und dann kommt so etwas wie die neue Platte von SPEEDRECORDER dabei raus, die auf "Something To Hold Onto" hört, und in etwa das lockerste Stück Rock darstellt, das mir in den letzten Wochen untergekommen ist.

Die Art und Weise, wie hier die Platte zusammengeschustert wurde, ist derbst sympathisch: einfach, ohne großes technisches Brimborium, mit sehr viel Herzblut. Zwar verzichtet man auf den großen Wurf im Songwriting und serviert bodenständigen Gitarrenrock mit Indie-Zitaten, aber mehr will man auch garnicht, wenn man der Platte zuhört, die so sehr nach Garage klingt, dass es eine Freude ist.

Wobei man hier darauf hinweisen muss, dass die freie und ehrliche Art nicht einschließt, dass der Sound grottig ist. Er kann sich hören lassen, doch vom Hocker gepustet wird man hier nur von der Stimmung, die die Platte kreiert. Das Tempo, in dem die Musik agiert, ist dabei sehr variabel. Hier werden gesangslastige Songs präsentiert, die es durchaus ruhiger angehen lassen, und Knüller, die so schnell sind, dass der Sänger dabei Probleme hat, mit dem Rest der Band mitzuhalten. Was man hört. Und irgendwie nicht als Manko ankreiden will.

Den Spielspaß, den man hier raushört, wandelt sich ohne weiteres in Hörspaß um und das schafft nicht jede Band. Definitiv jedem Liebhaber von ehrlicher und authentischer Stromgitarrenmusik zu empfehlen.

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Reviews // www.inhard.de - Januar 09
Gelungenes Album von Speedrecorder, die der geneigten Hörerschaft auf dieser Scheibe kraftvollen Rock'n'Roll garniert mit Punk-Attitüden, Alternative und Grunge anbieten.

Viele Facetten der Band gilt es zu entdecken. Bestechend ist die ungezügelte Kraft von "Actor Without A Scene", überzeugend das psychedelisch rockige "Out Of Nowhere" und der melodieverliebte Smasher "The Light Of A New Time" geht einfach gut ins Ohr.

Die Band besteht übrigens schon seit 2004 und hat sich durch permanentes Touren durch die deutschen Lande schon einen recht beachtlichen Ruf erspielt.

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Reviews // www.wltu-music.de - Oktober 08
Ein staubiger Highway ziert das Cover des ersten SPEEDRECORDER-Longplayers und eigentlich gäbe es kein besseres Bild, um den Sound der vier Musiker zu illustrieren, denn Stoner-Riffs sind hier ebenso an der Tagesordnung wie Grungenummern und Rock `n` Roll-Soli. Retroklänge ertönen beim Intro von "Normality Is Boring", da wird mancher an "Apache" von den SHADOWS denken, aber ein zweistimmiges Leadriff in der Tradition von IRON MAIDEN führt den Song schnell in die Gegenwart zurück.

Diese hymnischen Elemente, kombiniert mit eher disharmonischen und sperrigen Passagen, machen "Something To Hold Onto" zu einem spannenden Album, welches stets unberechenbar bleibt und deshalb auch lange fasziniert. Das Layout ist ein Klassiker und fünfzehn Lieder bieten reichlich Gelegenheit Bekanntschaft mit den Saarländern zu machen.

Gute Rockmusik, die auch mal atmosphärisch wird und wesentlich tiefgründiger ist, als der herkömmliche Rock-Release. Zeit sollte man allerdings mitbringen, denn dieses Album muss sacken.

7,5 von 10 Sternen

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Reviews // www.rocktimes.de 06.10.08
Das ist ja schon einmal klasse: Seattlouis steht auf der Speedrecorder-MySpace-Seite und der Saarlouis-Vierer scheint auf ihrer live im Studio eingespielten CD "Something To Hold Onto" den Rock'n'Roll gepachtet zu haben, denn sie fahren mit einem ganz großen Sound aus dem weiten Feld des Rock auf.

Wie singt Dirk Vier in "Out Of Nowhere":
»mary jane is my friend
and Rock 'n Roll is the drug
keep your mind open for … inspirations from above«


Alles, was man braucht ist der Rock'n'Roll. Stimmt... für die Musik und Eingebungen zum Entwickeln neuer Ideen. Ansonsten braucht man natürlich schon ein wenig bis viel mehr, um dem Leben ernsthaft und ohne schlechtes Gewissen ins Auge sehen zu dürfen.
Nach einer 4-Track-Platte aus dem Jahr 2005 mit dem Titel "Speedrecorder EP" war man auf einigen Samplern zu finden, unter anderem bei der 18. Ausgabe der Finest Noise-Compilation (2007) sowie "Lieder und Gesänge Vol. 1", ebenfalls 2007 veröffentlicht.
Beide Male war man durch den Song "Actor Without A Scene" vertreten,der auch auf der vorliegenden Speedrecorder-Debüt-CD "Something To Hold Onto" zu hören ist.

Immerhin, das Quartett scheint dem Gerstensaft nicht abgeneigt zu sein, wie der Gimmick-Opener "Magic Can" verdeutlicht. Bier aus der Dose, der Supergau, nur im größten Notfall und der möge nie eintreten.
Wie dem auch sei, mit "Actor Without A Scene" werden schon einmal Eckpfeiler der Speedrecorder-Mucke einbetoniert. Heftige etwas über zwei Minuten beschallen die heimischen vier Wände in bester Stoner Rock-Manier mit kurz-knackigem E-Gitarren-Solo und es werden einem jede Menge Riffs um die Ohren gehauen.
Auch "Normality Is Boring" treibt die Sau durchs Dorf und geschicktes vielse(a)itiges Riffing erweist sich recht schnell als einer der Trademarks der Band. Zeitweise ist man sogar mit drei 6-Saitern unterwegs, denn Stefan Reck greift in nicht weniger als acht Nummern zur Rhythmus-Gitarre.
Die Vocals kommen einerseits rotzig-dreckig, andererseits recht melodisch rüber und Dirk Vier hat den Rock'n'Roll auch in den Stimmbändern, besonders, wenn er die Text-Message in die Welt schreit.
Die in höheren Gängen gespielten Songs haben stets eine Stoner- bzw. Grunge-Glasur. Man entdeckt immer wieder schöne Melodien, die die E-Gitarren liefern und mit einigen Gästen verpasst man diversen Tracks eine ganz besondere Note. So z.B. "A Thousand Pieces" mit Veronika Bier am Cello. Tolle Variante, die dem etwas ruhiger gehaltenen Song Würze gibt. Ihr Instrument passt sehr gut zu den Gitarren und in einem weiteren Track ist Bier, mehr zur Geltung kommend, nochmals zu hören: "Once In A Lifetime", eine Ballade die zeigt, dass es Speedrecorder auch in der langsameren Gangart verstehen zu gefallen. Übrigens singt hier der Schlagzeuger Ryan Schafer und nach den letzten etwas über drei Song-Minuten der Platte stellt sich die Frage, warum der Drummer nicht öfters zum Gesangsmikrofon gegriffen hat?
Weil es so schön war, haben Speedrecorder eine weitere Ballade im Köcher... "Endless", in dem sich Christian Jenal für das emotionale E-Gitarren-Solo verantwortlich zeigt. Wie bereits in den anderen schon erwähnten Songs findet sich auch hier ein zweites Markenzeichen der Gruppe: klasse Breaks, gepaart mit Tempiwechseln und ansprechenden Hooklines. Ein weiterer Gast ist der mittlerweile in Deutschland lebende Waliser John Colbourne, der in "The Road" mit dem Bottleneck die Saiten seiner E-Gitarre bearbeitet. Tolle Einlage, die zeigt, dass Rock und Slide durchaus eine Einheit bilden können.

Als Rosinenpicker empfehle ich, in "Spiral Galaxies" und ganz besonders in das zeitweise groovende "My Addiction (Needs A Day Off)" reinzuhören. Es lohnt sich!

Die erste Langrille ist ja noch nicht das Ende der Fahnenstange, sondern erst der Anfang. Speedrecorder können überzeugen und sollten für die Zukunft vielleicht noch am Gesang feilen. Das achtseitige Booklet ist sehr schön gestaltet und enthält alle notwendigen Informationen, allerdings keine Texte. Die kann man dafür auf der Band-Homepage nachlesen. Auch ein guter Service. Insgesamt pendelt sich "Something To Hold Onto" bei 7 von 10 RockTimes-Uhren ein.

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Reviews // www.handlemdedown.de 08.10.08
Weit entfernt von zu Hause, immer unterwegs, immer den nächsten Gig im Auge. Freiheit nennt man das wohl, oder Rock ´n´ Roll, im Grunde egal.
Was das Cover von „Something to Hold Onto“ irgendwie andeutet, bestätigt die Musik von SPEEDRECORDER später allemal. Erst einmal jedoch wird eine Bierdose geleert, der Tusch folgt sogleich, nach dem mal etwas anderen Intro von „Magic Can“ geht es dann richtig los. „Actor without a Scene“ steuert in Richtung Stoner-Rock, wagt sich aber nicht zu weit vor. Indie-Rock, Gitarrenrock, Rock ´n´ Roll, SPEEDRECORDER fühlen sich bei allem sichtlich wohl, Hauptsache eben es rockt. Das tun sie ohne Geschwindigkeits- oder Härterekorde brechen zu wollen. Man steht mit beiden Beinen auf dem Boden, „ehrlich“ könnte man ihre Musik wohl nennen.
Etwas mehr nach vorn prescht „My Addiction“, wo zumindest im Ansatz mal der Hobel rausgeholt wird. Handwerklich ist das mehr als sauber, facettenreich, abwechslungsreich.
Dies beweist auch die Armada von Gastmusikern, zwischenzeitlich agiert man gar mit drei Gitarren. Die Band genießt ihre eigenen Songs, ohne diese aber endlos erscheinen zu lassen. Von wenigen Ausnahmen mal abgesehen geht ein Song stets verträgliche drei bis vier Minuten. Eine Ballade wie „A Thousand Pieces“ zieht sich zwar etwas, das Cello von Veronika Bier gibt dem Stück aber noch mal eine eigene Note.

Wer auf ehrliche und authentische Rockmusik steht, wird mit SPEEDRECORDER bestens bedient. Zwar könnte die Produktion etwas mehr Druck vertragen, aber der Rock an sich darf stolz auf SPEEDRECORDER sein. Da steckt noch Herzblut drin.

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Reviews // www.pandaimonix.de 24.09.08
Speedrecorder das sind Dirk Vier (Vocals, Guitar), Christian Jenal (Guitar), Andy Kirsten (Bass) und Ryan Schaefer (Drums, Background Vocals). Die vier Herren vereinen gekonnt Rock und Alternative, werten es mit Stoner Rock und Grunge Einflüssen auf und versüßen diese Mixtur mit einer wohldosierten Prise Rock'n'Roll. Das aktuelle Ergebnis dieses Potpourri heißt "Something to hold onto" und erscheint am als Re-Release unter dem neuen Label am 09.10.2008 - die Platte ist bereits im Mai diesen Jahres das erste Mal veröffentlicht worden.

Ganz der aktuellen Mode entsprechend beginnt "Something to hold onto" mit einem sinnlosen Intro - positiv sei bemerkt es blendet wenigstens halbwegs vernünftig in den eigentlichen Opener "Actor without a scene" über, hätte man sich trotzdem sparen können oder wenigsten kein sinnbefreites Intro voranstellen können? Nunja die 20 Sekunden sind zu verkraften und dann beginnt auch schon eine gelungene Alternative Rock/Punk 'n' Roll Nummer. "Actor without a scene" fetzt zwar schon gut, ist aber irgendwie gleichzeitig schön verhalten konzipiert.
Überhaupt bestechen alle Tracks der Scheibe nicht nur durch Vielfältigkeit, sondern auch dadurch das man immer das Gefühl hat das man eigentlich nen Gang mehr fahren könnte, es nicht macht und trotzdem ein unheimlich charmantes Ergebnis erzielt. Ein weiterer bemerkenswerter Punkt ist, dass obwohl sich hier eine Powerballade ("A thousand pieces"), da eine Alternative Rock Nummer ("Surveillance") und dort dann wieder klassischer Rock á la Pink Floyd ("Hold on, deny!") neben Punk 'n' Roll und Blues angehauchten Tracks tummeln, die Scheibe ein harmonisches Gesamtbild abliefert und nicht Compilationartig wirkt.

Ein Album das einen in alte Zeiten versetzt und somit ein ideal gewählter Titel "Something to hold onto" - wahre Worte, Platte kaufen, inspirieren lassen und dann passenden alten, liebgewonnen Kram aus dem CD Regal suchen!

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